Aktualisiert (Index) am
29 Juni, 2010 

Das Haus der Musik

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Am 01.04.2001 wurde das Haus der Musik, das gemeinsame Vereinsheim des Musikvereins und Gesangverein Gunzenbach eingeweiht. Der Bau des Vereinsheims ist eine lange Geschichte..........

Der lange Weg zum Haus der Musik

Seit vielen Jahren schon bestand der Traum oder der Wunschtraum des Musikvereins und des Gesangvereins Gunzenbach von einem eigenen Vereinsheim. Wachsende Mitgliederzahlen in den aktiven Reihen der Musiker und Sänger ließen diesen Wunsch immer stärker werden. 1995, als die Dorferneuerung und die Flurbereinigung begannen, wurde die Idee des eigenen Vereinsheimes in beiden Vereinen auf breiter Ebene diskutiert, besonders die Standortfrage sollte uns noch viel Kopfzerbrechen bereiten.

Am 06.01.1996 wurde die erste Liste von Standorten in die laufende Diskussion mit eingebracht:

  • Steinbruch
  • Kirchhof
  • Kastanienbaum
  • Neues Feuerwehrhaus an Schule
  • Alte Schule (Umbau oder Anbau in Schulgarten)
  • Turnhallenanbau in Schulhof
  • Sportlerheim Aufstockung
  • Pfarrgarten
  • Dreieck oberhalb Sportplatz
  • Auf Sportplatzfläche direkt am Eichwald

Bei der ersten gemeinsamen Sitzung am Karfreitag des Jahres 1996 (05.04.1996) wurden erstmals Nägel mit Köpfen gemacht, der Bau des Vereinsheimes sollte in Angriff genommen werden. Folgende Punkte wurden in dieser Sitzung besprochen:

  • Wollen wir das Vereinsheim gemeinsam bauen (MVG + MGVCC)?  Diese Frage wurde mit einem deutlichen “JA” beantwortet
  • Wie groß soll das Vereinsheim werden?  Als Grundgröße wollten wir folgende Maße anstreben: Größe 12 *15m für Proberaum + Nebenräume + Lagerflächen
  • Nach ausgiebiger Diskussion aller Standorte wurde der Anbau an die Schulturnhalle über dem Schulhof auf Stelzen als die beste Lösung bestimmt.
  • Als vermutliche Kosten wurden folgende Werte ermittelt->1000 Kubikmeter Raum * 400DM -> 400TDM Baukosten
  • Bei der Finanzierung wurde folgendes Konzept angestrebt: 50% Eigenleistung -> 200TDM Geldbedarf -> 40T Eigenkapital, 20T Spenden, 20T Zuschuß Gemeinde und Flurbereinigung, 120T Darlehen (Gemeinde, zinslos)

Nun begannen erste Aktivitäten: es wurden Mitstreiter und Mitglieder, die Verantwortung übernehmen, gesucht, Meinungen gebildet, Baupläne der Turnhalle (Bestandsaufnahme) beschafft, Vorentwurfsskizzen erstellt und Finanzierungsideen gesponnen. Bei einem Ortstermin an der Turnhalle mit Kreisbaumeister Wilk, Bürgermeister Schneemeier und Schulleiter Klaus Asmus konnte eine positive Beurteilung und der Wille zur Unterstützung des Bauvorhabens registriert werden.

Bei der zweiten Sitzung am 21.07.1996 wurden drei Ausschüsse gebildet, die sich von nun an um all die Dinge kümmerten, die zum Gelingen des Vereinsheimbaus beitragen sollten:

  • ein Finanzierungsausschuß
  • ein Planungsausschuß
  • ein Projektausschuß

Das Vereinsheim bekam auch einen Namen: ”Musiker- und Sängerheim Gunzenbach”, so hieß der erste Arbeitstitel. Die Bezeichnung “Haus der Musik” wurde erst später gefunden.

Für den 02. Oktober 1996 wurde eine außerordentliche Mitgliederversammlung vorgesehen, in der die Mitglieder der beiden Vereine über das Vorhaben informiert werden sollten.

Als groben Fertigstellungstermin wurde Ende 1997 festgelegt (wir waren damals noch seeeehr optimistisch!)

Bei der nachfolgenden Konzeptplanung stellten sich dann doch einige Hindernisse und Schwierigkeiten heraus:

  • Ist denn alles wirklich möglich, was wir uns vorstellen?
  • Probleme beim Stützenbau
  • Wie sind unsere Finanzierungsmöglichkeiten
  • Vielleicht wäre ein Bau auf der Wiese vor der Schule doch besser.....

Die geplante Mitgliederversammlung wurde nicht abgehalten, ebenso wurde unser erster optimistischer Fertigstellungstermin Ende 1997 als nicht haltbar erkannt. Bei einer ersten Anfrage zu öffentlichen Zuschüssen mussten wir feststellen: da ist nichts zu holen. Ein bißchen deprimiert von den doch vielen Schwierigkeiten, die da auf uns zukommen sollten, wurden mittels einer Fragebogenaktion alle Mitglieder der beiden Vereine zum Thema “Spenden für das neue Vereinsheim” befragt. Das Ergebnis der Aktion: es war eine überwältigende Bereitschaft der Mitglieder und der Ortsbevölkerung für Geld- und Sachspenden sowie zinsloser Darlehen vorhanden. Gestärkt durch diese Erkenntnis und der Rückendeckung unserer Mitglieder wurde neue Energie freigesetzt.

Anfang 1998 wurde der Plan für das “Haus der Musik”, so der neue Arbeitstitel, geändert. Die Stützenbauweise wurde verworfen, da sich hier zu viele Probleme aufgetan hätten. Stattdessen wurde ein Erdgeschoß mit Toiletten und einem Lagerraum eingeplant. Weiterhin wurde eine Pultdach anstatt eines Satteldaches in die Planung mit aufgenommen.

Die Bauvoranfrage an die Gemeinde wurde gestellt.

Es folgten Gespräche mit Banken, die sehr erfolgreich verliefen, die Raiffeisenbank zeigte sich hier sehr kooperativ. Und, ein weiterer Silberstreif an Horizont: die Gemeinde Mömbris stellte einen Zuschuß in Aussicht!

Endlich waren wir bereit für eine außerordentliche Mitgliederversammlung, welche am 07.05.1998 stattfand. Nach der Vorstellung der Bauplanung, der Kosten, der Finanzierung und der Zeitplanung stimmten 152 der 161 anwesenden Mitglieder für den Bau des Vereinsheims.

Folgende (optimistische) Zeitplanung wurde für den Bau vorgesehen:

  • Baugenehmigung 31. Juli 1998
  • Rohbau fertig  01. Januar 1999
  • Fertig zum Einzug 02. Juli 1999

Im Anschluß folgten wichtige Gespräche mit Kreisbaumeister Wilk (beschleunigtes Genehmigungsverfahren), dem Schulleiter Klaus Asmus (Ausgleichsfläche zum Schulhof, der nun teilweise überbaut wurde), dem Landratsamt (Prüfung der Statik, Versammlungsstätte?) und der Gemeinde Mömbris (Nutzungsvertrag und Statik der bestehenden Turnhalle).

Und schon traten neue Probleme auf (die wir aber wie alle anderen Problem doch noch meisterten):

  • Dadurch, daß der Schulhof durch das Vereinsheim teilweise überbaut wird, muß eine Ausgleichsfläche geschaffen werden. Dies führt zu weiteren Kosten, die eigentlich im Konzept nicht vorgesehen waren.
  • Inwiefern bestehen Konflikte mit dem Gelände des Turnvereins?
  • Die Statik der bestehenden Turnhalle zeigte auf, daß im Bereich der Räume, die überbaut werden sollten, eine sehr eingeschränkte Tragfähigkeit vorhanden war.

Im Juli 1998 wurde dann der Vertrag mit der Gemeinde unterschrieben, mit dem Turnverein wurde eine Übereinkunft getroffen, die Böschung im Bereich des neuen Heims um ca. 5m zu verschieben. Das Problem der eingeschränkten Tragfähigkeit konnte nur dadurch gelöst werden, indem zusätzliche Träger eingeplant wurden. Weiterhin wurde festgestellt, daß eine Ziegeldeckung des Daches nicht aus statischen Gründen nicht mehr möglich sein würde.

Im Herbst 1998 wurde das Thema Schulhoferweiterung neu diskutiert, da die neue Schulleitung (Frau Warnke) den Wunsch äußerte, den Pausenhof durch einen Naturgarten im vorderen Bereich der Schule zu erweitern. Diesem Wunsch wurde auch zugestimmt und eine Neuplanung durchgeführt. Um die Mehrkosten für den Naturgarten möglichst kompensieren zu können kam der Erlös des Weihnachtskonzertes 1998 der Schulhoferweiterung zugute. Beim Weihnachtskonzert wurde auch das Konzept des Naturgartens vorgestellt.

Im Mai 1999 wurde mit der Schulhoferweiterung begonnen, damit rechtzeitig zu Baubeginn eine Ersatzfläche für die Schüler vorhanden war.

Die Planung sah den ersten Spatenstich für den 12. September 1999 vor. Wir waren also mit unserer Planung einmal mehr ins Hintertreffen gekommen (siehe oben: geplante Fertigstellung ursprünglich Juli 1999). Wir sagten uns jedoch: Gut Ding will Weile haben und gingen mit Eifer ans Werk.

In Sachen Finanzierung tat sich die Möglichkeit auf, über den Kulturfonds Bayern einen Zuschuß zu erhalten. Besonders der Landtagsabgeordnete Henning Kaul setzte sich hier stark für die beiden Verein ein und beschleunigte die Gewährung des Zuschusses. Da der Spatenstich, also der Beginn des Baus jedoch erst nach Genehmigung des Zuschusses erfolgen durfte, wurde dieser Spatenstich nicht am 12. September durchgeführt, wir hielten stattdessen ein Serenadenkonzert ab, bei dem die Ortsbevölkerung auch weitere Informationen zum Stand des Vereinsheimbaus erhielt.

Denn Sommer 1999 verbrachten wir damit, den Naturgarten anzulegen, das Dach über den später zu überbauenden Räumen auszuräumen, es wurden Ausschreibungen gemacht, die Planungen vervollständigt, eine neue Konstruktion für das Dach festgelegt und beschlossen, wie die Organisation der Materialbeschaffung vonstatten gehen sollte. Es sollte ja alles preiswert sein, da mussten schon einige Gedanken verschwendet werden.

Im September 1999 wurde die Prüfstatik unter Hochdruck im Büro Prof. Dr. Reinke in Haibach erstellt und – endlich – am 11.Oktober erhielten wir die Baugenehmigung. Jetzt konnte es richtig losgehn!

Anfang November 1999 begann die Fa. Brückner mit den Aushub- und Betonarbeiten für das Fundament. Dank unserer rüstigen Rentnerschar, die die Maurerarbeiten durchführten, wurde das Erdgeschoß bis Oberkante Decke Neubau auch noch im November fertiggestellt.

Es folgte die heißeste Fase des Baus: das Andocken an die bestehende Turnhalle. Diese Arbeiten wurden von Januar bis Ostern 2000 durchgeführt:

  • Unterfangen des Fundamentes einer Zwischenwand (war eigentlich nicht geplant, wurde aber notwendig, nachdem festgestellt wurde, da die Zwischenwand nicht tragfähig war)
  • Ausbau der Fenster der Turnhalle
  • Auflegen der Decke des Vereinsheimes (Decke des Erdgeschosses). Beim Betonieren der Decke wurde 10mal soviel Eisen eingesetzt als eingeplant (insgesamt 9 Tonnen), da sonst keine ausreichende Statik vorhanden gewesen wäre
  • Zumauern der Fenster der Turnhalle.

Bei all diesen Arbeiten war der Betrieb in der Turnhalle oft eingeschränkt, die Nebenräume der Turnhalle mussten für den Schul- und Turnbetrieb gesperrt werden. Doch Dank der Geduld und des Verständnisses seitens der Schulleitung und des Turnvereins war auch dies möglich. Die Arbeiten gingen gut voran, nebenbei hielten die Sänger noch ihre Narrensitzungen und die Musiker den Kinderfasching und ihr Konzert ab.

Und wie war das Wetter? Na wie wohl? Regen – Regen – Regen......

Wir waren eigentlich ständig damit beschäftig, Planen aufzuziehen, Wasserlachen zu entfernen, die Nebenräumer der Turnhalle trockenzulegen......usw., usw.

Aber alles hat ein Ende, als dann endlich die Decke drauf war, war auch das Problem der Dichtheit gelöst. Außerdem ..... hörte dann endlich auch der Dauerregen auf.

Die nächsten drei Monate vergingen wie im Flug: Mauern – betonieren- mauern – betonieren – Dach druff! Am 31. Mai feierten wir unser Dach-druff-Fest (Dach-drauf-Fest für die Nichteinheimischen), die Schulden waren endlich gedeckt (bildlich gesehen zumindestens).

Es folgten Fenster, Zwischenwände, etc. – endlich stand der Rohbau.

Weiter ging’s mit dem Innenausbau (Elektro, Sanitär, Heizung, Verputz, Fliesen, Schreiner), der Dank sorgfältiger Planung trotz viel Arbeit gut vonstatten ging.

Und doch dauerte es noch weitere 6 Monate, bis alles fertig war:

Am 1. APRIL 2001 (kein Aprilscherz) war die Einweihungsfeier des neuen Vereinsheims “Haus der Musik”!

Nach fast 6000 Arbeitsstunden mit 150 Helfern auf der Baustelle, ohne die in der Werkstatt oder am Computer bei der Planung oder bei den Sitzungen geleisteten Stunden, kann sich das Ergebnis heute sehen lassen:

  • Großer Proberaum: 165 qm (15m x 11m) (für Proben, Musikus-Gruppen, Versammlungen, Aufführungen [z.B. Juni 2001“Der Zauberstein”])
  • Clubraum: 30qm (5,5m x 5,5m  = Ausweichraum (die geplante Schiebetüre wurde zurückgestellt wegen Finanzen)
  • Lagerraum: 65qm oben mit 300 m³ Regalvolumen, 45qm unten = Ausweichraum
  • Küche: 16qm

Nutzung des Vereinsheims:

  • 12 Gruppen Musikus (10 Stunden) (75kids)
  • 17 Gruppen Musikverein (15 Stunden) (25 Kids)
  • Jugendorchester und Blasorchester Musikverein (4 Stunden) (60 Personen)
  • Junger Chor und Männerchor Concordia 4 Stunden (35 Personen)
  • Frauenchor der Concordia (2 Stunden)
  • Jede Woche ca. 180 Nutzer (wenn alle in die Probe gehen!!)
  • Veranstaltungen von Kultur - Pur im Hutzelgrund
  • Proben von befreundteten Kapellen oder der Verbandorchesters (das hat unser “Haus der Musik” als Klausurprobenraum entdeckt)

 

Im Jahr 2006 wurde nun die letzte Abeit am “Haus der Musik” getätigt: das Haus wurde verputzt. Und innen gleich ein bißchen mit gestrichen. Tja, jetzt fangen eben die Arbeiten an, die jedem Häuslebauer all zu gut bekannt sind. Kaum ist man hier fertig, fängt man wieder woanders an. Aber wie heißt es so schön im Volksmund: wer rastet, der rostet.

Und da wir jedes Jahr einmal ein “RammaDamma” im Haus der Musik veranstalten, bei dem das Haus von oben bis unten geputzt und aufgeräumt wird, dann werden wir auch noch lange Spaß haben an unserem “Haus der Musik”.

 

Der Bau des “Haus der Musik” konnte nur durch die hervorragende Zusammenarbeit der beiden Vereine (Musikverein und Gesangverein) durchgeführt werden.

Dafür von beiden Vorstandschaften vielen herzlichen Dank.

Sollte sich nun der eine oder andere Verein denken “das könnten wir auch schaffen”, so kann er sich gerne an die Vorstandschaft von Musikverein oder Gesangverein wenden, hier erhalten Interessierte sicher noch weitere Informationen, wie man so einen Bau schaffen kann.